WENN WEIH­NACH­TEN SICH SCHWER ANFÜHLT.

Wenn Weihnachten sich schwer anfühlt

Weih­nach­ten gilt als das Fest der Lie­be.
Der Nähe.
Der Besinn­lich­keit.

So steht es auf Kar­ten.
So klingt es in Lie­dern.
So fühlt es sich in ame­ri­ka­ni­schen Fil­men an.

Und doch gibt es Men­schen, für die sich die­se Tage ganz anders anfühlen.

Schwer.
Leer.
Dun­kel.

Wenn das Jahr Spu­ren hin­ter­las­sen hat. 

Weil das Leben ande­re Plä­ne hatte.

Nicht jeder kommt unver­sehrt durch ein Jahr.

✦ Man­che ver­lie­ren einen gelieb­ten Men­schen.
✦ Man­che ihr See­len­tier.
✦ Man­che ihren Job.
✦ Man­che ihren Mut.

Man­che ste­hen plötz­lich allein da …

✦ nach einer Tren­nung,
✦ nach dem Schei­tern einer Selbst­stän­dig­keit,
✦ nach dem Zusam­men­bruch eines Lebens­plans, der ein­mal so sicher schien.

Und dann kommt Weihnachten.

Als wür­de jemand Salz in eine Wun­de streu­en, die gera­de erst ange­fan­gen hat zu hei­len. Oder eben noch gar nicht.

Das Schwei­gen zwi­schen den Lichtern.

Wäh­rend über­all Ker­zen bren­nen und Stim­men lachen, wird es in man­chen Her­zen still. Zu still.

Die Lee­re wird lau­ter. Weil sie kei­nen Platz mehr hat, sich zu verstecken.

Der Schmerz wird sicht­ba­rer. Weil alles um ihn her­um so hell ist.

Und plötz­lich fühlt sich Weih­nach­ten nicht nach Lie­be an. Son­dern nach Erin­ne­rung. Nach Ver­lust. Nach dem, was so unfass­bar fehlt.

Weih­nach­ten und der Wunsch, die­se Tage zu überspringen. 

Vie­le wün­schen sich in die­ser Zeit nur eines:

dass es vorbeigeht.

Dass der Kalen­der ein paar Tage vorspult.

Dass man wie­der in den All­tag darf, wo Ablen­kung mög­lich ist. Wo nie­mand fragt, war­um man nicht fröh­lich ist.

Wenn ich die­ses Jahr eines gelernt habe, dann dass die­ser Wunsch kein Ver­sa­gen ist.

Er ist ein Schutzmechanismus.

Denn es kos­tet Kraft, durch Tage zu gehen, die stän­dig an das erin­nern, was man ver­lo­ren hat.

Du musst Weih­nach­ten nicht „rich­tig“ fühlen. 

✦ Es gibt kein „rich­ti­ges“ Weih­nach­ten.
✦ Kein Muss.
✦ Kei­ne Pflicht, auf Knopf­druck fröh­lich zu sein.

Du musst nicht dank­bar sein, wenn dir gera­de nicht danach ist. Du musst nicht lächeln, wenn dir eher nach Rück­zug ist.

Du darfst die­se Tage so ver­brin­gen, wie es für dich erträg­lich ist.

Still.
Lei­se.
Oder ganz für dich.

Klei­ne Anker für schwe­re Tage. 

Wenn es nicht um Lösun­gen geht, son­dern ums Durchkommen.

Ich bin wahr­lich kei­ne Exper­tin dar­in, wie man gut durch schwe­re Weih­nachts­ta­ge kommt. Das ist mein ers­tes Weih­nach­ten, an dem ich selbst noch nicht weiß, wie ich da eigent­lich durch­kom­men soll.

Ich habe also kei­ne klu­gen Rat­schlä­ge. Kein Patent­re­zept. Kein „Mach das, dann wird es leichter“.

Ich weiß nur, was ich mir selbst vor­ge­nom­men habe:

Ich neh­me mir die­se Tage nicht als Gan­zes vor. Nicht Weih­nach­ten. Nicht die Feiertage.

Ich neh­me mir nur ein­zel­ne Momen­te vor. Einen Vor­mit­tag. Einen Spa­zier­gang. Einen Abend.

Und den Rest kom­bi­nie­re ich mit Ablen­kung. Mit Seri­en. Mit All­täg­li­chem. Mit Orten, an denen ich noch nie war. Mit allem, was mich kurz aus dem Den­ken holt.

Nicht, um zu ver­drän­gen. Son­dern, um zu überstehen.

Viel­leicht ist das kein Heil­mit­tel. Viel­leicht ist es eher so etwas wie ein Weihnachts-Überlebenstraining. Und viel­leicht ist auch gera­de das völ­lig okay. ❤️‍🩹

Halt fin­det sich manch­mal im Unerwarteten. 

Manch­mal ist es nicht das eige­ne Umfeld, das einen durch die­se Tage trägt. Nicht die Fami­lie. Nicht Freunde.

Manch­mal sind es Men­schen, von denen man vor­her gar nicht wuss­te, dass man sie im eige­nen Leben braucht.

Bekannt­schaf­ten.
Zufäl­li­ge Begeg­nun­gen.
Men­schen, die man neben­bei trifft.

An der Bus­hal­te­stel­le. Am Bahn­hof. Oder irgend­wo zwi­schen zwei Nach­rich­ten auf Instagram*.

Men­schen, die nichts erklä­ren wol­len. Die kei­ne Rat­schlä­ge geben. Die nicht ver­su­chen, etwas zu repa­rie­ren. Son­dern ein­fach da sind.

Viel­leicht, weil sie selbst wis­sen, wie sich Ver­lust anfühlt. Viel­leicht, weil sie die­sel­be Dun­kel­heit kennen.

Und plötz­lich ent­steht etwas Uner­war­te­tes: ein Gespräch, das gut­tut. Ein Satz, der nach­hallt. Ein Lächeln im Gesicht.

Ein Moment, der lei­se sagt:
„Du bist nicht ganz allein.“

Ja, manch­mal ist genau das genug.

* Dan­ke an die­ser Stel­le an San­dra, Julia, Nad­ja, Mela­nie und Sabri­na. ♥️

Ihr seid Begeg­nun­gen, die nicht geplant waren. Die nicht aus dem eige­nen Umfeld kamen. Aber die im rich­ti­gen Moment immer die rich­ti­gen Wor­te hatten.

Sol­che Begeg­nun­gen sind sehr sel­ten und genau des­halb so wertvoll.

Und dan­ke, lie­be Tina. Ohne dich hät­te ich das Jahr nicht über­stan­den. Du bist ein Geschenk. 🙏🏻♥️

Du bist nicht falsch. 

Wenn Weih­nach­ten sich für dich schwer anfühlt, bist du nicht falsch. Nicht kaputt. Nicht undank­bar. Nicht fehl am Platz.

Du bist ein­fach ein Mensch, der etwas ver­lo­ren hat.

Und Ver­lust braucht Zeit. Mehr Zeit, als ein Kalen­der vorgibt.

Ein lei­ser Mutmacher.

Die­se Tage gehen vor­bei. Auch wenn sie sich end­los anfühlen.

Du musst sie nicht genie­ßen. Du musst sie nur über­ste­hen.

Und irgend­wann – nicht heu­te, nicht mor­gen … aber irgend­wann – wird es wie­der Momen­te geben, die sich leich­ter anfühlen.

Bis dahin reicht es, ein­fach nur anwe­send zu sein. Zu atmen. Wei­ter­zu­ge­hen. Schritt für Schritt.

Das ist Stär­ke. ♥️

Manch­mal ist Durch­kom­men genug. 

Weih­nach­ten ist defi­ni­tiv nicht für alle hell. Und das darf auch so sein.

Viel­leicht ist es in die­sem Jahr kein Fest der Lie­be. Son­dern ein Fest des Durch­hal­tens. Des Über­le­bens. Des lei­sen Weitermachens.

Und wenn du zu denen gehörst, für die die­se Tage schwer sind:

Du bist nicht allein. Auch wenn es sich so anfühlt. ♥️

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Aber immer echt. 

Nach­be­mer­kung.

Aus Grün­den der bes­se­ren Les­bar­keit wird bei Per­so­nen­be­zeich­nun­gen und per­so­nen­be­zo­ge­nen Haupt­wör­tern in die­sem Blog­ar­ti­kel die männ­li­che Form ver­wen­det. Ent­spre­chen­de Begrif­fe gel­ten im Sin­ne der Gleich­be­hand­lung grund­sätz­lich für alle Geschlech­ter. Die ver­kürz­te Sprach­form hat nur redak­tio­nel­le Grün­de und beinhal­tet kei­ne Wertung.

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