HIS­PA­NIS­MEN: 40 SPA­NI­SCHE WÖR­TER IN DER DEUT­SCHEN SPRACHE.

Hispanismen – spanische Wörter in der deutschen Sprache

Spa­ni­en steht für Leich­tig­keit, Genuss und eine Spra­che mit Rhyth­mus. Und genau die­ser Klang steckt längst auch in unse­rem Deutsch:

Wir trin­ken Kakao, essen Scho­ko­la­de und hören Sal­sa. Wir tref­fen uns auf Tapas. Gele­gent­lich machen wir mit­tags Sies­ta. Und manch­mal nen­nen wir jeman­den einen Macho. (Zu Recht oder zu Unrecht. 🙃)

Vie­le die­ser Wör­ter kom­men direkt aus dem Spa­ni­schen. Ande­re haben ihren Weg aus indi­ge­nen Spra­chen Mittel- und Süd­ame­ri­kas über das Spa­ni­sche zu uns gefunden.

Eines haben sie aber alle gemein­sam: Sie zei­gen, wie leben­dig Spra­che ist. Wie sie reist, auf­nimmt, sich ver­än­dert. Und wie sie ganz neben­bei euro­päi­sche und latein­ame­ri­ka­ni­sche Geschich­te erzählt.

Tada­aa … das sind Hispanismen.

Spa­ni­sche Wör­ter: War­um wir so vie­le im Deut­schen haben.

Spa­nisch ist im Deut­schen nicht zufäl­lig gelan­det. Vie­le Wör­ter kamen mit dem Han­del, der See­fahrt und der Kolo­ni­al­ge­schich­te zu uns. Mit neu­en Pflan­zen, Spei­sen und ande­ren Din­gen aus Latein­ame­ri­ka reis­ten näm­lich auch ihre Namen nach Euro­pa. Und blieben. 😍

Eini­ge die­ser Begrif­fe mach­ten erst im Spa­ni­schen Sta­ti­on, wur­den von dort in ande­re euro­päi­sche Spra­chen wei­ter­ge­reicht und fan­den schließ­lich ihren Platz im Deut­schen. Beson­ders häu­fig begeg­nen sie uns heu­te in Berei­chen wie Essen und Geträn­ke, Musik, Tanz, Tie­re, Kli­ma und Seefahrt.

Fremd­wör­ter oder Lehnwörter?

Fremd­wör­ter wei­chen sicht­bar von den deut­schen Schreib- und Laut­ge­wohn­hei­ten ab und blei­ben als spa­nisch erkenn­bar. Beispiel:

  • Fies­ta

Lehn­wör­ter wur­den aus einer Fremd­spra­che über-nommen und so stark an das Deut­sche ange­passt, dass wir ihren Ursprung kaum noch erken­nen. Beispiele:

  • Toma­te (über fran­zö­sisch „toma­te“ aus spa­nisch „toma­te“)
  • Scho­ko­la­de (über nie­der­län­disch „cho­co­la­de“ aus spa­nisch „cho­co­la­te“; ursprüng­lich aus einer mit­tel­ame­ri­ka­ni­schen indi­ge­nen Sprache)

40 His­pa­nis­men: Wör­ter die aus dem Spa­ni­schen stammen.

Wich­tig: Man­che die­ser Wör­ter stam­men ursprüng­lich aus indi­ge­nen Spra­chen Ame­ri­kas. Sie wur­den jedoch über das Spa­ni­sche ins Deut­sche ver­mit­telt und gel­ten des­halb als His­pa­nis­men. Eine Her­kunfts­an­ga­be fin­dest du in der Lis­te nur dort, wo die­ser Weg nicht direkt war.

1

Adi­os, das

Lebe­wohl (Abschieds­gruß)

2

Arma­da, die 

gro­ße [Kriegs]flotte; Pulk, Schwarm

Heu­te auch in über­tra­ge­ner Bedeu­tung: eine gan­ze Arma­da von Omnibussen

3

Avo­ca­do, die

bir­nen­för­mi­ge, ess­ba­re Frucht eines süd­ame­ri­ka­ni­schen Baumes

Her­kunft: über spa­nisch „aguaca­te“ in euro­päi­sche Spra­chen gelangt, ursprüng­lich aus einer indi­ge­nen Spra­che Mittelamerikas.

4

Bole­ro, der

1. scharf rhyth­mi­sier­ter spa­ni­scher Tanz im Drei­vier­tel­takt mit Kastagnetten-begleitung

2. a) knapp geschnit­te­nes, bestick­tes, offen getra­ge­nes Jäck­chen der spa­ni­schen Nationaltracht

2. b) kur­zes, offen getra­ge­nes Jäck­chen mit [kur­zen] Ärmeln bzw. ohne Ärmel

3. zur spa­ni­schen Natio­nal­tracht gehö­ren­der, rund auf­ge­schla­ge­ner Hut

5

Cafe­te­ria, die

Imbiss­stu­be; Restau­rant mit Selbstbedienung

Her­kunft: über spa­nisch „cafe­te­ría“, vor allem über das Eng­li­sche ins Deut­sche gelangt.

6

Cala­ma­res, die

Gericht aus frit­tier­ten Tintenfischstückchen

7

Canas­ta, das

Kar­ten­spiel für 2 bis 6 Per­so­nen, das mit 2 mal 52 Kar­ten und 4 Jokern gespielt wird

8

Chi­ca, die

[klei­nes] Mädchen

9

Chin­chil­la, das

süd­ame­ri­ka­ni­sches Nage­tier mit wert­vol­lem Pelz

Her­kunft: über spa­nisch „chin­chil­la“, benannt nach einer indi­ge­nen Volks­grup­pe in Süd­ame­ri­ka.

10

Eldo­ra­do, das

1. staat­li­ches Ver­bot, mit einem bestimm­ten Staat Han­del zu treiben

2. das Zurück­hal­ten frem­den Eigen­tums (beson­ders Han­dels­schif­fe) durch einen Staat

11

Embar­go, das

a) Haft­stra­fe
b) Gefäng­nis

12

Fies­ta, die

[spa­ni­sches Volks]fest; fest­li­che Feier

13

Fin­ca, die

spa­ni­sches Land­haus mit Gar­ten; Land­gut in Südamerika

14

Fla­men­co, der

a) anda­lu­si­sches [Tanz]lied

b) stark rhyth­misch beweg­ter Solo- oder Paar­tanz, der auf den Fla­men­co (a) getanzt wird

15

Gitar­re, die

Zupf­in­stru­ment mit fla­chem [einer Acht ähn­li­chem] Kör­per und brei­tem Hals mit meist sechs Saiten

Her­kunft: über das Spa­ni­sche („gui­tar­ra“) ins Deut­sche gelangt; älte­re Wur­zeln im Grie­chi­schen, über das Ara­bi­sche vermittelt.

16

Kakao, der

1. Kakao­baum, -pflanze

2. Samen des Kakaobaumes

3. aus gemah­le­nen Kakao­boh­nen her­ge­stell­tes Pulver

4. aus Kakao­pul­ver, Milch und Zucker berei­te­tes Getränk

Her­kunft: über spa­nisch „cacao“ in euro­päi­sche Spra­chen gelangt, ursprüng­lich aus einer indi­ge­nen Spra­che Mittelamerikas.

17

Kana­ri­en­vo­gel, der

(auf den Kana­ri­schen Inseln hei­mi­scher, meist im Käfig gehal­te­ner) klei­ner, gel­ber oder oran­ge­far­be­ner Vogel mit schö­nem Gesang

Her­kunft: nach den Kana­ri­schen Inseln benannt (spa­nisch „Islas Cana­ri­as“), deren Name über das Spa­ni­sche ins Deut­sche kam.

18

Kara­mell, der/das

zu einer dick­flüs­si­gen Mas­se zer­gan­ge­ner Zucker von cha­rak­te­ris­ti­schem Geschmack

Her­kunft: über spa­nisch „cara­me­lo“ und fran­zö­sisch „cara­mel“ ins Deut­sche gelangt.

19

Las­so, das/der

Seil mit Schlin­ge zum Ein­fan­gen von Rin­dern, Pfer­den o. Ä.

20

Liga, die

1. Bund, Zusam­men­schluss mit poli­ti­scher oder welt­an­schau­li­cher Ziel­set­zung; Bünd­nis; Vereinigung

2. Spiel-, Wett­kampf­klas­se beson­ders im Mann­schafts­sport, in der Ver­eins­mann­schaf­ten eines Gebie­tes, die sich qua­li­fi­ziert haben, zusam­men­ge­fasst sind

21

Macho, der

sich [über­trie­ben] männ­lich geben­der Mann

22

Mais, der

Getrei­de­pflan­ze aus Mit­tel­ame­ri­ka mit gro­ßen, gel­ben Körnern

Her­kunft: über spa­nisch „maíz“ in euro­päi­sche Spra­chen gelangt, ursprüng­lich aus einer indi­ge­nen Spra­che der Karibik.

23

Mar­ga­ri­ta, die

auf der Basis von Tequi­la gemix­ter Cock­tail mit Zitro­nen­saft und Orangenlikör

24

Mos­ki­to, der

tro­pi­sche Stech­mü­cke, die gefähr­li­che Krank­hei­ten (z. B. Mala­ria) über­tra­gen kann

25

Nachos, die

als Drei­eck geschnit­te­ne, frit­tier­te und mit Käse über­zo­ge­ne Maismehlplätzchen

Her­kunft: aus dem mexi­ka­ni­schen Spa­nisch („nachos“).

26

Pael­la, die

spa­ni­sches Gericht aus Reis mit ver­schie­de­nen Fleisch- und Fisch­sor­ten, Muscheln, Kreb­sen und Gemüsen

27

Pon­cho, der

1. (von indi­ge­nen Bevöl­ke­rungs­grup­pen Mittel- und Süd­ame­ri­kas) als Umhang getra­ge­ne vier­ecki­ge Decke mit einem Schlitz in der Mit­te für den Kopf

2. ärmel­lo­ser, glo­ckig fal­len­der, man­tel­ar­ti­ger Umhang, beson­ders für Frau­en und Kinder

Her­kunft: über spa­nisch „pon­cho“ ins Deut­sche gelangt, ursprüng­lich aus einer indi­ge­nen Spra­che Südamerikas.

28a

Sal­sa, die

(wie Ket­chup ver­wen­de­te) kal­te, schar­fe, dick­flüs­si­ge Tomatensoße

28b

Sal­sa, der/die

1. latein­ame­ri­ka­ni­sche popu­lä­re Musik, mit Ele­men­ten aus Rum­ba, afro­ku­ba­ni­schem Jazz und Bos­sa nova

2. Tanz, der zu Sal­sa (1) getanzt wird

29

Scho­ko­la­de, die

1. mit Zucker, Milch[pulver], Kakao­but­ter u. a. gemisch­te Kakao­mas­se, die meist zu Tafeln geformt oder in Figu­ren gegos­sen ist

2. Getränk aus geschmol­ze­ner, in Milch auf­ge­koch­ter Scho­ko­la­de (1) oder aus in hei­ßer Milch oder hei­ßem Was­ser gelös­tem Schokoladenpulver

Her­kunft: über nie­der­län­disch „cho­co­la­de“ aus spa­nisch „cho­co­la­te“, das auf eine indi­ge­ne Spra­che Mit­tel­ame­ri­kas zurückgeht.

30

Sies­ta, die

Ruhe­pau­se, beson­ders nach dem Mit­tag­essen; Mittagsruhe

31

Som­bre­ro, der

(in Mittel- und Süd­ame­ri­ka getra­ge­ner) hoher, kegel­för­mi­ger Stroh­hut mit sehr brei­tem Rand

32

Tabak, der

getrock­ne­te Blät­ter der Tabak­pflan­ze zum Rauchen

Her­kunft: über das Spa­ni­sche „taba­co“ in euro­päi­sche Spra­chen gelangt, ursprüng­lich aus einer indi­ge­nen Spra­che der Karibik.

33

Taco, der

geroll­te und unter­schied­lich gefüll­te Maistortilla

Her­kunft: aus dem mexi­ka­ni­schen Spa­nisch („taco“).

34

Tapas, die

klei­ne, pikan­te Hap­pen, die (in Spa­ni­en in Bars und Cafés) als Snacks ser­viert werden

35

Tequi­la, der

mexi­ka­ni­scher Brannt­wein aus Pulque

Her­kunft: aus dem Spa­ni­schen („Tequi­la“), nach der Stadt Tequi­la in Mexi­ko benannt.

36

Toma­te, die

(zu den Nacht­schat­ten­ge­wäch­sen gehö­ren­de) als Gemü­se­pflan­ze ange­bau­te Pflan­ze mit Fie­der­blät­tern, gel­ben, stern­för­mi­gen Blü­ten und run­den, [orange]roten, flei­schi­gen Früchten

Her­kunft: über spa­nisch „toma­te“ in euro­päi­sche Spra­chen gelangt, ursprüng­lich aus einer indi­ge­nen Spra­che Mittelamerikas.

37

Tor­til­la, die

1. (in Latein­ame­ri­ka) aus Mais­mehl her­ge­stell­tes Fladenbrot

2. (in Spa­ni­en) Omelette

38

Vanil­le, die

(in den Tro­pen hei­mi­sche, zu den Orchi­deen gehö­ren­de) wie eine Lia­ne ran­ken­de Pflan­ze mit in Trau­ben ste­hen­den, oft gelb­lich wei­ßen, duf­ten­den Blü­ten und lan­gen, scho­ten­ähn­li­chen Früchten

Her­kunft: über spa­nisch „vai­nil­la“ in euro­päi­sche Spra­chen gelangt, ursprüng­lich aus einer indi­ge­nen Spra­che Mittelamerikas.

39

Ziga­ret­te, die 

zum Rau­chen die­nen­de, etwa fin­ger­lan­ge dün­ne, mit fein geschnit­te­nem Tabak gefüll­te Hül­se aus dün­nem Papier

Her­kunft: über spa­nisch „cigar­ril­lo“ und fran­zö­sisch „ciga­ret­te“ ins Deut­sche gelangt.

40

Zigar­re, die

zum Rau­chen die­nen­de dicke­re, an bei­den Enden sich leicht ver­jün­gen­de Rol­le aus fest zusam­men­ge­drück­tem, grob geschnit­te­nem oder geris­se­nem Tabak, der mit einem ent­spre­chend vor­be­rei­te­ten Tabak­blatt oder einer aus gemah­le­nem Tabak her­ge­stell­ten Hül­le umschlos­sen ist

Her­kunft: über das Spa­ni­sche „cigar­ro“ in euro­päi­sche Spra­chen gelangt.

Quel­le Wort­be­deu­tun­gen: duden.de

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