Es gibt Sätze, die wir anderen niemals sagen würden. Weil sie zu hart sind. Komplett unfair. Oder endgültig.
Uns selbst sagen wir sie aber trotzdem immer wieder.
✦ „Das war echt dumm von dir!“
✦ „Wie konntest du nur?“
✦ „Das hättest du besser wissen müssen.“
✦ „Du hast schon wieder versagt.“
✦ „War ja klar, dass du das wieder nicht hinbekommst.“
Unsere innere Stimme kennt keine Gnade.
Während wir für andere ständig und immer Verständnis aufbringen, erklären wir uns selbst schnell zum größten Fehler unseres Lebens.
In diesem Artikel geht es nicht nur um Selbstverurteilung, innere Stimmen und die leise Kunst, sich selbst zu vergeben. Er ist auch eine Einladung, milder mit dir selbst zu werden.
Also nimm dir bitte Zeit und lies ihn ganz bewusst. ♥️
Reflexe werden zu Gewohnheiten.
Wenn Selbstkritik zur Dauerbegleiterin wird.
Selbstkritik beginnt oft harmlos. Erst als Reflex. Dann als Wunsch, es besser zu machen. Später wird sie zum Anspruch.
Und irgendwann kippt sie. Dann wird aus dem Reflex eine Gewohnheit. Aus Anspruch ein Maßstab, den niemand (!) erfüllen kann. Aus Selbstbeobachtung ein inneres Gericht mit unendlich vielen Anklagepunkten.
Puh … und dann analysieren wir jeeeeede Entscheidung rückwärts. Jede verpasste Chance. Jeden falschen Ton. Jede Grenze, die wir nicht gezogen haben.
Wir verurteilen uns für Dinge, die wir damals einfach nicht besser konnten. Wir wussten es nicht besser. Und wahrscheinlich konnten wir es auch gar nicht anders tragen.
Das Schlimme daran ist, dass wir dabei etwas ganz Entscheidendes vergessen:
Wir sind immer nur die Person gewesen, die wir zu diesem Zeitpunkt sein konnten.
Die Illusion der rückwirkenden Kontrolle.
Ein großer Teil unserer Selbstverurteilung entsteht aus der Illusion, wir hätten es doch wissen müssen.
✦ Aber Wissen entsteht erst nach der Erfahrung.
✦ Klarheit wächst im Rückblick.
✦ Stärke kommt mit Zeit.
Wir werfen unserem früheren Ich vor, nicht die Version gewesen zu sein, die wir heute sind. Dabei ist doch genau das völlig unmöglich.
Du konntest damals immer nur mit dem handeln,
✦ was du gefühlt hast.
✦ was du wusstest.
✦ was dir zur Verfügung stand.
Alles andere ist eine Projektion. Und Projektionen sind keine fairen Richter.
Wenn Vergebung sich falsch anfühlt.
Viele Menschen glauben, sich selbst zu vergeben hieße, Fehler gutzuheißen. Oder Verantwortung abzuschieben. Oder zu sagen: „War halt so.“
Sie glauben, Selbstvergebung sei ein Freispruch. Dabei ist sie einfach nur eine Anerkennung der eigenen Menschlichkeit. Ein „Ich habe mein Bestes gegeben. Mit dem, was ich damals hatte.“
Ja, genau das fühlt sich manchmal richtig schwer an. Weil wir gelernt haben, streng zu sein. Leistungsorientiert. Kontrolliert. Weil wir glauben, Härte mache verdammt stark.
In Wirklichkeit macht sie aber oft einfach nur müde.
Der innere Kritiker meint es nicht böse.
Über eine Stimme, die gelernt hat, laut zu sein.
So paradox es klingt: Deine härteste innere Stimme ist nicht dein Feind.
Sie ist entstanden, um dich zu schützen. Vor allem, was dir nicht guttut: vor Fehlern, Ablehnung und der Wiederholung von Schmerz.
Doch Schutz, der nie überprüft wird, wird irgendwann zum Gefängnis. Denn der innere Kritiker hat nur gelernt, laut zu sein. Aber er hat nie gelernt, zuzuhören.
Und weißt du was? Es ist an der Zeit, genau das zu ändern!
Sich selbst vergeben heißt, sich selbst wieder begegnen.
Selbstvergebung beginnt mit einem Moment, in dem du innehältst und dich fragst:
„Würde ich so mit einem Menschen sprechen, den ich liebe?“
Sie beginnt mit dem Mut, dir selbst zuzuhören. Ohne sofort zu bewerten oder zu korrigieren. Sie beginnt mit der Erlaubnis, traurig zu sein über Entscheidungen. Und gleichzeitig milde.
Du darfst sagen:
✦ „Das war schwer.“
✦ „Ich war überfordert.“
✦ „Ich wusste es nicht besser.“
Klingt nach Schwäche? Im Gegenteil. Das ist Reife.
Vergebung verändert nicht die Vergangenheit. Aber dich.
Nein, du kannst nichts ungeschehen machen. Aber du kannst aufhören, dich selbst dafür zu bestrafen.
Denn solange du dich innerlich festhältst, bleibst du gebunden. An Schuld. An Scham. An alte Versionen von dir.
Sich selbst zu vergeben heißt, weitergehen zu dürfen. Mit Krönchen, aufrechtem Gang und dem Gefühl von Leichtigkeit.
Der Anfang von Nachsicht.
Kleine Sätze, die Großes verändern können.
Keine Sorge: Du musst dir nicht gleich heute vergeben.
Vielleicht reicht es schon, heute damit aufzuhören, dich jeden Tag neu zu verurteilen.
Vielleicht ist genau das der Anfang.
Selbstvergebung ist ein liebevoller Umgang mit dir selbst, der dir immer wieder zeigt:
✦ „Ich darf lernen.“
✦ „Ich darf Erfahrungen sammeln.“
✦ „Ich darf wachsen.“
Und weißt du was? DAS ist die größte Kunst von allen. ♥️
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