ERFOLGREICH BEWERBEN UND VON DER MASSE ABHEBEN

Du suchst eine neue beruf­li­che Her­aus­for­de­rung und möch­test nun aktiv wer­den? Dein Ent­schluss steht fest: Du möch­test dich bewer­ben. Dein Plan ist es, dir hier­für online ein­fach eine Text­vor­la­ge aus­zu­su­chen? Kann man so machen. Wird dann aber nichts.

„Um Erfolg zu haben, braucht man nur eine ein­zi­ge Chance.“

(Jes­se Owens)
| Ich finde die richtigen Worte für dich | Texterin | Die SCHREIBSCHNEIDEREI
(MARK TWAIN)

Kein:e Personaler:in wird sich von einer 08/15-Vorlage, in wel­cher du ledig­lich die kor­rek­ten Kor­re­spon­denz­da­ten ergänzt hast, beein­druckt zei­gen. Jedes Anschrei­ben soll­te zwin­gend indi­vi­dua­li­siert wer­den!

Ein Bewer­bungs­an­schrei­ben muss

  • sinn­voll gegliedert,
  • genau struk­tu­riert und
  • über­sicht­lich aufgebaut

sein.

Oft­mals bedeu­ten zudem Klei­nig­kei­ten, wie Tipp­feh­ler, falsch gesetz­te oder ganz ver­ges­se­ne Kom­mas und unglück­li­che For­mu­lie­run­gen, das Aus für die Chan­ce auf eine Ein­la­dung zu einem Vorstellungsgespräch. 

„Kei­ne zwei­te Chan­ce für den ers­ten Eindruck.“

(Samu­el Johnson)

Mit einem pro­fes­sio­nel­len und per­fekt for­mu­lier­ten Bewer­bungs­schrei­ben stichst du aus der Mas­se her­vor. Es stei­gert zudem dei­ne Chan­ce, zu einem Vor­stel­lungs­ge­spräch ein­ge­la­den zu werden.

Kompetenzen und Qualifikationen im Anschreiben aufzeigen

Ein Lebens­lauf besteht aus Fak­ten. Ein Anschrei­ben jedoch soll dei­ne Kom­pe­ten­zen und Qua­li­fi­ka­tio­nen auf­zei­gen. Es muss daher abso­lut indi­vi­du­ell und über­zeu­gend geschrie­ben sein. Die Personaler:innen neh­men sich i.d.R. maxi­mal 5 Minu­ten pro Bewer­bung Zeit. Dein Anschrei­ben muss daher beim Lesen neu­gie­rig machen und sofort das Inter­es­se wecken. Mehr noch: Die Personaler:innen müs­sen für einen kur­zen Moment regel­recht in dei­nen Zei­len ver­sin­ken und anschlie­ßend nur noch einen ein­zi­gen Gedan­ken ver­spü­ren: „Muss ich unbe­dingt kennenlernen!“

„Schrei­ben ist leicht. Man muss nur die fal­schen Wör­ter weglassen.“

(Mark Twain)

5 Quicktipps für ein gutes Anschreiben

Mus­ter­vor­la­gen sind in Ord­nung, um ein ers­tes Grund­ge­rüst zu schaf­fen. Aus­rei­chend ist die­ses Grund­ge­rüst jedoch bei Wei­tem nicht!

1. Persönliche Anrede verwenden

Mit der unper­sön­li­chen Anre­de „Sehr geehr­te Damen und Her­ren,“ lan­den Bewer­bun­gen noch schnel­ler im Papier­korb. Dass man sich Mühe gemacht hat, her­aus­zu­fin­den, wer z.B. der Per­so­nal­chef ist, macht einen viel bes­se­ren Ein­druck. Oft­mals wer­den die Bewer­bun­gen im ers­ten Stepp von der Per­son gesich­tet, die in der Stel­len­an­zei­ge als Ansprechpartner:in ange­ge­ben ist. Es macht also Sinn, die­se Per­son im Anschrei­ben auch anzusprechen.

2. Floskeln weglassen

„Mit gro­ßem Inter­es­se habe ich von der zu beset­zen­den Stel­le gele­sen…“ oder „Da ich auf der Suche nach einer neu­en Her­aus­for­de­rung bin…“ sind gän­gi­ge, aber gleich­zei­tig auch gäh­nend lang­wei­li­ge Flos­keln, ein Bewer­bungs­schrei­ben zu begin­nen. Damit die Personaleri:innen nicht bereits noch wäh­rend der Ein­lei­tung ein­schla­fen, unbe­dingt durch krea­ti­ve­re Ein­lei­tungs­sät­ze ersetzen!

3. Mit Persönlichkeit überzeugen

Das Anschrei­ben ist die Chan­ce, die Personaler:innen davon zu über­zeu­gen, war­um genau du die bes­te Wahl für die aus­ge­schrie­be­ne Stel­le bist. Zei­ge dei­ne Bene­fits auf. Blei­be dabei aber bei der Wahrheit.

4. Das Anschreiben individualisieren

Nichts ist schlim­mer als ein Anschrei­ben, das offen­sicht­lich jedes Mal ver­wen­det wird und ledig­lich die Adress­da­ten und das Datum ange­passt wer­den. Es fällt schnell auf, wenn du das­sel­be An­schreiben in jeder Bewer­bung ver­wen­dest. Die­se Ober­fläch­lich­keit fällt auch den Personalerin:innen auf – und das kommt gar nicht gut an. 

5. Kurzhalten

Ein Anschrei­ben soll­te mög­lichst auf eine DIN-A4-Seite pas­sen. Wenn nicht gera­de ein Anla­gen­ver­zeich­nis von bei­spiels­wei­se einer Behör­de gefor­dert wird, wel­ches sowie­so auf einer zwei­ten Sei­te ein­ge­baut wird, so soll­te man sich auch dar­an­hal­ten. Personaler:innen haben ein­fach zu wenig Zeit, um Roma­ne zu lesen.

Erfolgreich bewerben nach DIN 5008.

Die Bewerbung nach DIN 5008 zählt als Standard

Deutsch­land ist das Land der Regeln, Geset­ze und Nor­men. Daher ist es nicht ver­wun­der­lich, dass selbst Bewer­bun­gen davon nicht unbe­rührt blei­ben. So zählt die Bewer­bung nach DIN 5008 als Stan­dard, um den Auf­bau, die Struk­tur und die For­ma­tie­rung des Anschrei­bens genau zu definieren.

Der Begriff DIN steht für 
„Deutsche Industrie Norm“.

Es besteht jedoch kei­ne Pflicht zur DIN 5008. Es sei denn, es wird in der Stel­len­an­zei­ge kon­kret ange­ge­ben und gefor­dert. Da sie aber für mehr Über­sicht­lich­keit und Aus­sa­ge­ge­wich­tung sorgt, lohnt sich die Über­prü­fung der ein­zel­nen Vor­ga­ben.

Für Berufs­grup­pen, die mit der DIN 5008 auch im Joball­tag zu tun haben wer­den, kann es abso­lut sinn­voll sein, sich bei der Bewer­bung an die Norm zu halten.

Die DIN 5008 regelt den formalen Rahmen des Anschreibens

Die DIN 5008 regelt den for­ma­len Rah­men eines Stan­dard­brie­fes, beim Bei­spiel einer Bewer­bung also des Anschrei­bens. Beson­de­re Regeln bestehen ins­be­son­de­re für

Für die Sei­ten­rän­der eines DIN-A4-Blattes im Hoch­for­mat gel­ten die fol­gen­den Maße und Breiten:

  • Sei­ten­rand oben: 4,5 cm (ohne Kopfzeile)
  • Sei­ten­rand unten: 2,5 cm
  • Sei­ten­rand links: 2,5 cm
  • Sei­ten­rand rechts: 2,0 cm, min­des­tens 1,5 cm

Schön ist, wenn das Anschrei­ben auf eine Sei­te passt. Falls das jedoch bei den For­mat­vor­ga­ben nicht ganz hin­haut, darf auch gering­fü­gig abge­wi­chen werden.

Die Min­dest­ma­ße soll­ten aber nicht unter­schrit­ten werden:

  • Sei­ten­rand oben und unten: min­des­tens 0,5 cm
  • Sei­ten­rän­der links und rechts: min­des­tens 1 cm

Die Standard-Schrift­grö­ße nach DIN 5008 ist die soge­nann­te „12 Punkt“. Bei viel Text und um das Anschrei­ben auf eine Sei­te zu bekom­men, darf aber auch auf „11 Punkt“ ver­klei­nert werden.

Eine kon­kre­te Schrift­art schreibt die DIN 5008 nicht vor. „Ari­al“ oder „Times New Roman“ haben sich im Lau­fe der Jah­re als die gän­gigs­ten Schrift­ar­ten durch­ge­setzt. Der ers­te Ein­druck für einen Per­so­na­ler ist dadurch aber auch nichts Beson­de­res. Mei­ne Emp­feh­lung ist die Schrift­art „Bar­low“, da sie basic, aber nicht spie­ßig und trotz­dem modern ist.

Der Zei­len­ab­stand kann, je nach Text­län­ge, zwi­schen 1,0 cm und 1,5 cm lie­gen. Ein Zei­len­ab­stand von 1,5 cm ermög­licht zwar eine bes­se­re Les­bar­keit, der Zei­len­ab­stand von 1,0 cm ist jedoch der nach DIN 5008 emp­foh­le­ne Zeilenabstand.

Für die eige­nen Absender- und Kon­takt­da­ten soll­te die Kopf­zei­le des Doku­ments, also der Platz inner­halb der ers­ten 4,5 cm oben genutzt wer­den, damit die Personaler:innen dei­ne Kon­takt­da­ten auf einen Blick finden.

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Der Auf­bau soll­te wie folgt aussehen:

Wie die Kon­takt­da­ten optisch gestal­tet wer­den, bleibt jedem selbst über­las­sen. Hier hat man die Chan­ce, einem durch die Vor­ga­ben eher spie­ßi­gen Anschrei­ben, eine etwas moder­ne­re Note zu geben. Die Daten kön­nen ent­we­der links- oder rechts­bün­dig unter­ein­an­der oder mit­tig zen­triert in Blö­cken ange­ord­net werden.

  • Vor- und Nachname
  • Stra­ße und Hausnummer
  • Post­leit­zahl und Wohnort
  • Tele­fon­num­mer
  • E-Mail-Adresse

Das Feld für die Anschrift sieht 9 Zei­len (rund 4,5 cm) vor und ist 8,5 cm breit.

Der Auf­bau soll­te wie folgt aussehen:

  • Fir­men­na­me inklu­si­ve even­tu­el­ler Rechtsform
  • Ansprech­part­ner (Ach­tung: „Zu Händen/Z.Hd.“ fällt weg!)
  • Stra­ße und Hausnummer
  • Post­leit­zahl und Wohnort

Dar­un­ter fol­gen zwei Leer­zei­len und Ort und Datum wer­den ange­ge­ben. Die­se Anga­ben wer­den rechts­bün­dig unter das Adress­feld gesetzt.

Die Stan­dard­for­ma­te hier­für sind:

  • Ort, TT.MM.JJJJ
  • Ort, TT. Monat JJJJ

Der Absen­der­ort wird aber nur erwähnt, wenn er sich vom Wohn­ort, also von der Absen­der­adres­se unter­schei­det. Wenn er iden­tisch ist, wird hier ledig­lich das Datum angegeben.

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Für den Betreff gel­ten die fol­gen­den DIN-Regeln:

  • Der Betreff beginnt zwei Zei­len unter dem Datum.
  • Nach der Betreff­zei­le fol­gen min­des­tens zwei Leerzeilen.
  • Die Betreff­zei­le darf in Fett­schrift dar­ge­stellt wer­den und darf
  • in einer grö­ße­ren Schrift (13 bis 14 Punkt) her­vor­ge­ho­ben werden.
  • Am Ende des Betreffs folgt kei­ne Inter­punk­ti­on, also kein Punkt oder Ausrufezeichen.
  • Das Wort „Betreff“ oder die Abkür­zung „Betr.“ wird schon seit Lan­gem nicht mehr verwendet.
  • Die Betreff­zei­le soll­te eine Zei­le, maxi­mal zwei Zei­len, nicht übersteigen

Der Auf­bau soll­te wie folgt aussehen:

Bewerbung als Social Media Manager
Ihr Stellenangebot vom TT.MM.JJJJ, Referenznummer 12345

Für die kor­rek­te Anre­de gel­ten die fol­gen­den Regelungen:

  • Zwi­schen dem Betreff und der Anre­de lie­gen zwei Leerzeilen.
  • Zwi­schen der Anre­de und dem Text folgt jedoch nur eine Leerzeile.
  • Sofern in einer Stel­len­an­zei­ge kein Ansprech­part­ner für das Stel­len­an­ge­bot ange­ge­ben ist, lau­tet die neu­tra­le Anre­de: „Sehr geehr­te Damen und Herren,“.
  • Sofern in einer Stel­len­an­zei­ge ein Ansprech­part­ner nament­lich für das Stel­len­an­ge­bot ange­ge­ben ist, lau­tet die per­so­na­li­sier­te Anre­de: „Sehr geehr­te Frau XX, / Sehr geehr­ter Herr XX,“.

Für die Gruß­for­mel gilt nach DIN 5008:

  • Zwi­schen dem Text und der Gruß­for­mel liegt eine Leerzeile.
  • Zwi­schen der Gruß­for­mel und dem Namen sind drei Zei­len ein­zu­hal­ten, um Platz für die Unter­schrift zu schaffen.
  • Nach wei­te­ren drei Leer­zei­len wer­den even­tu­el­le Anla­gen erwähnt. Wich­tig: Nach dem Wort Anlage/n folgt kein Doppelpunkt.

Mög­li­che Gruß­for­meln sind:

  • Mit freund­li­chen Grü­ßen (Die gän­gigs­te Gruß­for­mel und mei­ne Empfehlung.)
  • Mit freund­li­chen Grü­ßen nach Köln
  • Freund­li­che Grüße
  • Freund­li­che Grü­ße nach Köln
  • Bes­te Grüße
  • Vie­le Grüße
Wichtig: Die Grußformel ist kein Satz, keine Aufzählung und kein Einschub. Sie ist eine freistehende, besonders hervorgehobene Zeile und bleibt somit Komma-los!

Der Lebens­lauf unter­liegt durch sei­ne Tabel­len­form ande­ren Regeln.

Du siehst, schon ein­zig die For­ma­tie­rung bedarf reich­lich Zeit. For­mu­lie­run­gen, die bei Personaler:innen gut ankom­men, bedür­fen jedoch noch weit­aus mehr Zeitaufwand.

FAZIT

Eine Bewer­bung ist eine rie­sen Chan­ce, jeman­den schon beim Lesen mit sei­ner Per­sön­lich­keit zu fes­seln. Nicht jeder hat das Talent, in Wor­te zu fas­sen, was er aus­drü­cken möchte.

Es macht also abso­lut Sinn, das Anschrei­ben von einer:einem Texter:in in Form brin­gen zu las­sen. Und das sage ich nicht, weil ich selbst eine Tex­te­rin bin.

(Becky)
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